Energie-Alternativen — ein Augenschein in Möhlin

Rundgang zu Schauplätzen von Energie-Pionieren

Die vermehrte Förderung von erneuerbaren Energien ist ein wichtiges Thema bei der SP Möhlin. Sie lud vergangenen Sonntag zu einem „Energierundgang“ ein. Die Idee war es, allen Interessierten aufzuzeigen, welche Ansätze zur alternativen Energieerzeugung lokal schon existieren. Und es ist erstaunlich viel, was bisher in Möhlin funktioniert, fast unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit.

Das Heizen mit Holz, auf bequeme und umweltschonende Art, kann heute dank Pellets sehr einfach bewerkstelligt werden. Das Beispiel bei der Neuüberbauung an der Rappertshäusernstrasse wurde durch Franz Rebmann, Kaisten, den Erbauer der dortigen Pelletsfeuerung, vorgestellt. Für Nicht eingeweihte: Pellets sind Stäbchen aus gepresstem Sägemehl, sozusagen Holz in Würmchenform.

Mit Holzschnitzeln wird in Möhlin schon im grossen Stil geheizt. Die Gemeinde unterhält die grösste Holzschnitzelheizung im Aargau. Bei der Breiti-Überbauung konnten das eindrückliche Schnitzellager und die Brennanlage besichtigt werden, von der aus die gesamte Siedlung inklusive geplante Teile und Kindergarten beheizt werden kann. Adrian Wunderlin von der AEW Energie AG erklärte die Anlage und informierte über interessante technische Details.

Für viele neu war die Tatsache, dass in Möhlin auch ein Bachkraftwerk Energie erzeugt. Bei der Sägerei von Robert Schafroth wird aus dem unscheinbaren Seitenkanal des Möhlinbaches in einer Turbine Strom für den Betrieb erzeugt und darüber hinaus produzierte Energie ins Netz der AEW eingespeist.

Ein weiterer Rekord wurde anschliessend auf dem Eulenhof vorgestellt. Hier steht die grösste Photovoltaik-Anlage der Umgebung. Mit Solarzellen wird Strom für den Hof und die Wohngebäude erzeugt, und ebenfalls die überschüssige Energie ins öffentliche Netz abgegeben. Tommy Freiermuth und Stephan Mahrer (Solartechnitk, Möhlin) haben zusammen mit Edi Hilpert die Anlage eingerichtet.

Für den gesamten Energierundgang wurde natürlich der Weg zwischen den einzelnen Stationen umweltgerecht zu Fuss oder mit dem Velo zurückgelegt. Für die schnellere Gruppe lag noch eine weitere interessante Besichtigung am Weg: die Bio- Geflügelzucht von Hansruedi Waldmeier. In kleinen Ställen und mit grossem Auslauf, nur mit Bio-Knospenfutter ernährt, wachsen hier gesunde (glückliche?) Bio-Poulets für einen Grossverteiler heran.

Zum Abschluss der ermutigenden Veranstaltung gab’s neben Bio-Wein, Grilliertem und Kuchen ergänzende Bemerkungen vom Energie-Fachmann Peter Scholer, Rheinfelden. Eine seiner Thesen: Müsste für die nicht erneuerbaren Energien (Öl, Gas und Uran) der effektive Preis mit allen „Belastungskosten“ bezahlt werden, so wären erneuerbare Energiequellen schon längst weiter entwickelt. Es besteht für die erneuerbaren Energien (Sonne, Wind und Biomasse) ein riesiges Potenzial, das das einheimische Gewerbe als Arbeitsvolumen nutzen könnte und somit die Wertschöpfung im Inland bleiben würde.