Exkursion mach Turgi mit Peter Heiniger (9. Mai 2009)

Am Samstag, dem 9. Juni hat sich eine gut gelaunte Gruppe von Melemer Einwohnern nach Turgi aufgemacht, um sich vom Altgemeindeammann von Turgi, Peter Heiniger, erläutern zu lassen, wie man im Interesse einer gesunden und zukunftsorientierten Siedlungsentwicklung öffentliche und private Interessen unter einen Hut bringen könnte. Zu diesem Anlass hat die SP Möhlin eingeladen. – Turgi erhielt 2002 den Wakkerpreis, obwohl es den Wakker-Klischees von intakten Stadtmauern und geranienbesetzten Bauernhöfen absolut nicht entspricht: Es hat nichts Besonderes zu bieten, liegt im „Windschatten“ der mächtigen Nachbargemeinden Brugg und Baden, leidet unter der Deindustrialisierung und hat einen Ausländeranteil von inzwischen 38%.

Auf einem hochinteressanten, gut zweistündigen Ortsrundgang hat uns Peter Heiniger erläutert, wie Turgi mit diesen schwierigen Vorgaben umgegangen ist. Als Fazit kann gezogen werden: Mit strikten Regelauslegungen und Verwaltungsgerichtsentscheiden kann gar nichts, mit Reden, Verhandeln und Geben und Nehmen hingegen sehr viel erreicht werden. Nur indem die Gemeinde Privatinteressen respektiert, indem aber auch Privateigentümer öffentliche Interessen akzeptieren und respektieren, können Lösungen gefunden werden, die unter dem Strich alle zufrieden stellen. Peter Heiniger betont auch, wie wichtig es sei, dass die Gemeinde gerade in Punkten, wo öffentliche Interessen auf dem Spiel stehen, sehr aktiv sein müsse: Dann müsse der Dialog mit den privaten Immobilienbesitzern Chefsache sein. Es sei wichtig, dass eine Gemeinde zum Wohl des Ganzen ihre Trümpfe auch ausspiele.

Was uns neben den schönen baulichen Lösungen in Turgi sehr stark auffiel, war, wie wir von allen freundlich begrüsst wurden: Männern und Frauen, Jungen und Alten, Schweizern und Ausländern. Auch wenn das schöne Wetter seinen Teil zu dieser guten Laune beigetragen hat: Es ist offensichtlich, dass die Einwohner von Turgi sich wohl in ihrem Dorf fühlen und stolz darauf sind und dass sie sich sehr bemühen, diese Qualitäten zu pflegen.

In diesem Sinne ist Turgi natürlich nicht nur für Möhlin, sondern für alle Gemeinden ein Vorbild.